Finanzgericht Düsseldorf: Scheidungskosten sind als außergewöhnliche Belastungen absetzbar (10 K 2392-12 E)

Finanzgericht Düsseldorf – 10 K 2392/12 E – Scheidungskosten als steuerlich außergewöhnliche Belastungen

Das Finanzgericht Düsseldorf hat eine interessante Entscheidung zur steuerlichen Berücksichtigung der gesamten Kosten anlässlich des Scheidungsverfahrens verkündet.

Nach § 33 EStG ist die Einkommenssteuer auf Antrag zu ermäßigen, wenn der Steuerpflichtige größere Aufwendungen als die überwiegende Mehrzahl der vergleichbaren Steuerpflichtigen hat.

Der BFH hatte mit Urteil vom 12. Mai 2011 (Az. VI R 42/10) entschieden, dass Zivilprozesskosten stets als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen sind.

Die Prozesskosten, welche über die eigentliche Scheidung der Ehe hinausgehen, insbesondere zur Auseinandersetzung des Vermögens bzw. Zugewinnausgleichs, sollten dagegen nach der bisherigen Rechtsprechung nicht zu berücksichtigen sein. Von dieser bisherigen Rechtsprechung ist das Finanzgericht Düsseldorf in Anwendung der Entscheidung des BFH nunmehr in seiner Entscheidung vom 19.2.2013 abgekehrt. Hiernach sollen nicht nur die Kosten der eigentlichen Scheidung, sondern auch alle erforderlichen gerichtlichen Gerichts- und Anwaltskosten im Verbundverfahren als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen sein.

Ob diese Entscheidung Bestand haben wird, hat nun erneut der BFH zu entscheiden.

Das Finanzgericht Schleswig-Holstein hatte mit Urteil vom 21.02.2012, Az. 1 K 75/11, bereits in die gleiche Richtung entschieden.

Geschrieben für Familienrecht-Scheidung-Anwalt, dem Blog von Wir-sind-Familienrecht, von:

Rechtsanwalt Kai Thielbeer
Fachanwalt für Familienrecht

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